Wichtiges zur Gesundheit des Dobermann:
Viele Hunderassen haben rassetypische Eigenschaften aber auch rassetypische Krankheiten. Im folgenden möchte ich zu den rassetypischen, gesundheitlichen Anfälligkeiten des Dobermann Stellung nehmen.
Diese Informationen beruhen auf aktuellen Wissensstand. Bitte beachtet die folgenden Krankheitsrisiken vor eurer Entscheidung für einen Dobermann.
Dilatative Kardiomyopathie (DCM)
Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist eine Erkrankung des Herzmuskels, die bei größeren Hunderassen häufiger vorkommen kann. Sie führt zu einer Erweiterung der Herzkammern und zu einer verminderten Pumpfunktion des Herzens.
DCM kann sich über einen langen Zeitraum ohne erkennbare klinische Symptome entwickeln. In frühen Stadien wirkt der Hund häufig gesund und leistungsfähig. Erst im weiteren Verlauf können Symptome wie reduzierte Belastbarkeit, Atemprobleme, Husten, Kollaps oder Herzrhythmusstörungen auftreten.
Genetischer Hintergrund DCM gilt beim Dobermann als erblich mitbedingt, wobei der genaue Erbgang bislang nicht abschließend geklärt ist. Derzeit verfügbare genetische Tests können Hinweise liefern, erlauben jedoch keine sichere Aussage darüber, ob ein Hund im Laufe seines Lebens an DCM erkranken wird oder nicht.
Aus diesem Grund ist es nach aktuellem wissenschaftlichem Stand nicht möglich, eine DCM-Erkrankung mit absoluter Sicherheit auszuschließen.
Gesundheitsvorsorge in der Zucht Im Rahmen verantwortungsvoller Zucht wird der Fokus daher auf eine regelmäßige kardiologische Untersuchung der Zuchttiere gelegt. Diese umfasst in der Regel:
Herzultraschall (Echokardiographie)
24-Stunden-Langzeit-EKG (Holter)
Wiederholte Untersuchungen in festgelegten Abständen
Berücksichtigung der Herzgesundheit innerhalb der Zuchtlinien
Ziel dieser Maßnahmen ist es, das Risiko der Erkrankung so weit wie möglich zu minimieren und Zuchtentscheidungen auf Grundlage aktueller medizinischer Befunde zu treffen.
Hüftdysplasie (HD)
Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine erblich mitbedingte Erkrankung des Hüftgelenks, bei der es zu einer Fehlentwicklung des Hüftgelenks kommen kann. Sie tritt beim Dobermann insgesamt seltener auf als bei vielen anderen großen Hunderassen, ist jedoch Bestandteil der züchterischen Gesundheitsvorsorge.
Krankheitsbild HD kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Während manche Hunde keine klinischen Symptome zeigen, können bei anderen folgende Anzeichen auftreten:
Bewegungseinschränkungen
Lahmheit, insbesondere nach Belastung
Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Hinlegen
verminderte Belastbarkeit
Der Schweregrad der Symptome steht nicht immer in direktem Zusammenhang mit dem radiologischen Befund.
Genetischer und umweltbedingter Einfluss Die Entstehung von HD ist multifaktoriell. Neben der genetischen Veranlagung spielen auch äußere Faktoren wie Wachstum, Fütterung, Gewicht, Bewegung und Haltung im Junghundealter eine Rolle.
Aus diesem Grund ist HD nicht ausschließlich genetisch vorhersehbar oder vermeidbar.
HD in der Dobermann-Zucht Gemäß der Dobermann-Zuchtordnung ist für Zuchthunde eine amtliche HD-Untersuchung vorgeschrieben. Die Beurteilung erfolgt durch zugelassene Gutachter anhand von Röntgenaufnahmen und wird in festgelegte Bewertungsstufen eingeteilt.
Die HD-Befunde der Zuchttiere werden bei der Zuchtplanung berücksichtigt, um das Risiko für Nachkommen zu minimieren und die funktionelle Gesundheit der Rasse zu erhalten.
Von-Willebrand-Erkrankung (vWD)
Die von-Willebrand-Erkrankung (vWD) ist eine vererbte Störung der Blutgerinnung, die auch beim Dobermann vorkommen kann. Ursache ist ein Mangel oder eine Funktionsstörung des von-Willebrand-Faktors, der eine wichtige Rolle bei der primären Blutgerinnung spielt.
Krankheitsbild Die Mehrzahl der Dobermänner mit vWD zeigt im normalen Alltag keine klinischen Auffälligkeiten. Symptome können insbesondere im Zusammenhang mit Verletzungen, Operationen oder chirurgischen Eingriffen auftreten. Dazu zählen unter anderem:
verlängerte Blutungszeiten
Nachblutungen nach Verletzungen oder Eingriffen
Nasen- oder Zahnfleischbluten
Der Schweregrad der Erkrankung kann individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.
Genetischer Hintergrund vWD wird autosomal vererbt. Für die Erkrankung steht ein genetischer Test zur Verfügung, mit dem Hunde als
vWD-frei,
vWD-Träger oder
vWD-betroffen
eingestuft werden können.
Träger zeigen in der Regel keine klinischen Symptome, können das entsprechende Gen jedoch an ihre Nachkommen weitergeben.
Berücksichtigung in der Dobermann-Zucht Gemäß der Dobermann-Zuchtordnung wird der vWD-Status der Zuchttiere bei der Zuchtplanung berücksichtigt. Ziel ist es, klinisch betroffene Nachkommen zu vermeiden, ohne die genetische Vielfalt der Rasse unnötig einzuschränken.
Kupferspeichererkrankung (Copper Storage Disease, CSD)
Die Kupferspeichererkrankung (CSD) ist eine stoffwechselbedingte Erkrankung der Leber, bei der sich Kupfer im Organ anreichert und über die Zeit zu Leberschäden führen kann. Beim Dobermann handelt es sich um eine genetisch bedingte Erkrankung, die für gewöhnlich erst im späteren Alter auftreten kann.
Krankheitsbild
Die Erkrankung verläuft häufig schleichend und bleibt über Jahre unbemerkt. Mögliche klinische Symptome können sein:
verminderte Leistungsfähigkeit
Appetitlosigkeit
Gewichtsverlust
Gelbfärbung von Schleimhäuten (Gelbsucht)
Erbrechen oder Durchfall
Viele Hunde zeigen jedoch lange keine auffälligen Symptome, weshalb die Erkrankung häufig erst im fortgeschrittenen Alter auffällig wird.
Genetischer Hintergrund
CSD wird beim Dobermann als autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung beschrieben. Das bedeutet:
Trägerhunde zeigen selbst keine Symptome, können das defekte Gen jedoch an Nachkommen weitergeben.
Betroffene Hunde können klinisch erkranken.
Für die Erkrankung steht ein genetischer Test zur Verfügung, der bei der Zuchtplanung berücksichtigt werden kann.
Corina & Achim Pleuser
Dobermann vom Stall
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